Überregional

Krise hinterlässt Spuren in Gemeindefinanzen

Aktualisiert am 21.02.2012

Die Gemeinden im Kanton Zürich bekamen im Jahr 2010 die Folgen der Finanzkrise zu spüren: die Finanzen litten. Allerdings ist die Lage noch überschaubar – keine Gemeinde ist in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Die Finanzen der Gemeinden - im Bild das Stadthaus von Illnau-Effretikon - verschlechterten sich im Jahr 2011 leicht. (Symbolbild: Archiv ZO/AvU)

Die Finanzen der Gemeinden - im Bild das Stadthaus von Illnau-Effretikon - verschlechterten sich im Jahr 2011 leicht. (Symbolbild: Archiv ZO/AvU)

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Die finanzielle Verfassung der Gemeinden im Kanton Zürich hat sich im Jahr 2010 leicht verschlechtert. Die meisten Gemeinden befinden sich aber nach wie vor in einer soliden Lage. Das berichtet das Statistische Amt des Kantons Zürich.

Trotz des jüngsten Konjunktureinbruchs waren die Laufenden Rechnungen der Gemeinden im vergangenen Jahr im Mittel ausgeglichen. Die Verschuldung stieg zwar an, sie liegt aber immer noch unter dem Durchschnitt der letzten 25 Jahre. Keine Gemeinde sei durch die Finanzkrise in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, schreibt das Amt.

Weniger Ertrag, aber auch weniger Aufwand

Im Mittel gingen in den Gemeinden 2010 sowohl der Aufwand als auch der Ertrag der Laufenden Rechnung zurück (beide minus drei Prozent). Der daraus resultierende Saldo war trotz dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld praktisch ausgeglichen. Im Jahr 2009 hatten die Gemeinden noch kleine Überschüsse verzeichnet.

Die Selbstfinanzierung der Gemeinden reduzierte sich stärker (minus dreissig Prozent). Dies bedeutet, dass die Gemeinden über weniger finanzielle Mittel zur Finanzierung von Investitionen verfügten als im Vorjahr, heisst es im Communique.

1400 Franken Schulden pro Kopf

Auch die Nettoinvestitionen gingen zurück (minus acht Prozent). Trotzdem mussten Investitionen fremdfinanziert werden. Somit stieg die Verschuldung weiter an. Im Durchschnitt der Periode 1986 bis 2010 betrug die durchschnittliche Nettoschuld in den Gemeinden 1850 Franken pro Kopf. Nachdem bis im Jahr 2007 die durchschnittliche Verschuldung vollständig abgebaut werden konnte, stieg sie seither infolge der Finanzkrise wieder an auf 1400 Franken pro Kopf.

Zwischen den 171 Gemeinden gibt es allerdings beträchtliche Unterschiede. 136 eher kleine Gemeinden sind schuldenfrei; ihr Vermögen übersteigt die Schulden.

Weitere Entwicklung unsicher

Beobachten lässt sich die finanzielle Gesundheit der Gemeinden auch anhand von Richtwerten der kantonalen Aufsichtsstelle über die Gemeindefinanzen, schreibt das Statistische Amt in seinem Bericht weiter. Die Zahl der Gemeinden mit mehreren Finanzkennzahlen, die im kritischen Bereich liegen, ist vom Jahr 2009 aufs Jahr 2010 von 61 auf 65 angestiegen. Dieser Anstieg sei moderat, insbesondere im Vergleich mit der Entwicklung nach der Rezession von 1991. Bei Dreivierteln aller Kennzahlen wurden die empfohlenen Richtwerte eingehalten.

In der langfristigen Perspektive sei die Situation also «nach wie vor relativ gut». Unsicherheiten bestehen allerdings hinsichtlich der weiteren Entwicklung. So dürften mittelfristig ansteigende Zinsen vor allem bei stark verschuldeten Gemeinden zu höheren Kosten führen. (rsc)

Erstellt: 21.02.2012, 10:31 Uhr

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