• Bezirk Hinwil
  • Bezirk Uster
  • Bezirk Pfäffikon
  • Blaulicht
  • Sport
  • Überregional
  • Agenda
  • Life

Volksfest mit einem Superstar

Aktualisiert am 31.08.2008

Das grösste je in der Schweiz veranstaltete Popkonzert fand am Samstag in Dübendorf statt. Madonna zog 72'000 Leute in ihren Bann.

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Lange war es angekündigt. Alle Medien sprachen davon. Die Erwartungen waren riesig. Am Samstag fand es endlich statt: das erste Konzert der unbestrittenen «Queen of Pop» Madonna. Bereits Stunden vor der offiziellen Öffnung des Geländes warteten einige hundert Fans auf Einlass. Danach war ein ununterbrochener Menschenstrom Richtung Madonna unterwegs.

 

Auf der Dübendorfer Bahnhof- und Wangenstrasse machte sich Volksfeststimmung breit. «Tickets zu verkaufen», stand auf mehreren Schildern. «So geil!», jubelte eine junge Frau, die hier (wahrscheinlich deutlich unter Listenpreis) ein Ticket ergattern konnte. Verschiedene Firmen verteilten kleine Geschenke, was den Boden bald zum bunten Abfallteppich machte.

 

Wer den Eingangsbereich erreichte, konnte sich entscheiden, ob er gleich vor dem Eingang oder zunächst vor den WCs anstehen sollte. Auf dem Gelände verteilte sich die Masse in verschiedene Richtungen. Während sich die einen erneut im Anstehen (Getränke, Fan-Artikel, Essen und nochmals WC) übten, suchten die anderen einen möglichst bequemen Platz und warteten darauf, dass die Ansteher sie mit Essen und Tranksam versorgten.

 

Ein erster Höhepunkt war der Soundcheck der Popdiva höchstpersönlich. Wie die SDA schreibt, gab Madonna drei Stunden vor dem eigentlichen Konzert in einem grünen Trainer und in Sonnenbrille eine Kostprobe dreier Songs und stellte ihre Crew vor.

Einmal mehr zog nach 19 Uhr die Patrouille Suisse die Blicke auf sich. Vor zwei Jahren musste sich die Fliegerstaffel noch auf Formationen unter der Wolkendecke beschränken. Bei Madonna konnte sie sich des ganzen Himmels über dem Flugplatzgelände bedienen.

{{ANZEIGE}}

 

Der erste musikalische Leckerbissen folgte dann von der schwedischen Popsängerin Robyn. Nur gerade eine halbe Stunde durfte sie Madonnas Bühne für sich beanspruchen, wusste diese aber gut zu nutzen. «Ich habe sie nicht gekannt. Jetzt werde ich wohl nach einer CD Ausschau halten», meinte ein rund 50-jähriger Besucher.

 

Über die Stadionlautsprecher wurde aufgefordert, die Plätze - für diejenigen, die Sitzplätze hatten - einzunehmen. Oder sich doch langsam, aber sicher Richtung Konzertarena aufzumachen. Den meisten gelang das mühelos, hatten sie doch geeignetes Schuhwerk angezogen. Trotzdem sichtete man Frauen, die sich auch am Open-Air-Anlass äusserst schick in Mini und «Stöggis» präsentieren wollten. Der auf Asphalt bewunderte sichere Stöckelgang verkam auf den Abdeckplanen zum gefährlichen Schlingern zwischen Einknicken und Absinken.

 

Mit einer Viertelstunde Verspätung setzte die «Queen of Pop» ihre «Sticky & Sweet»-Maschinerie in Gang. Zwei Stunden lang zeigte sie allen, wer die Popkönigin ist. Von den 72'000 Leuten waren 55'000 mit dem öffentlichen Verkehr nach Dübendorf gereist. Verständlich, dass die an diesem Tag im Anstehen bereits mehrfach erprobte Masse die Warterei, bis der Ausgang passiert war, gelassen auf sich nahm. Ebenfalls etwas Geduld brauchten die 2500 Autombilisten beim Verlassen des nicht sehr stark genutzten Parkplatzes auf dem Konzertareal.

 

Veranstalter und Polizei waren mit dem Ablauf zufrieden. Die Sanitäter hatten neben dem Verarzten von sieben Knochenbrüchen rund 350 kleinere Einsätze zu leisten.

 

Am Sonntagmorgen war bereits wieder weitgehend Ordnung in den Strassen Dübendorfs eingekehrt. Das grösste je in der Schweiz veranstaltete Popkonzert gehört bereits der Geschichte an.

Erstellt: 31.08.2008, 09:00 Uhr


© ZO-Online 2011 Alle Rechte vorbehalten