Baumer Unfall gibt noch immer zu reden
Artikel zum Thema
- Hätte eine Leitplanke den Unfall verhindert?
- Auto stürzte Hang hinunter
- Nach Unfall: Neue Leitplanke sichert Schulweg
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
Die Sternenbergstrasse, auf der sich vor zwei Wochen in Bauma ein Unfall ereignete, sorgt weiterhin für Diskussionen. Erst war es die Leitplanke, deren Fehlen von Anwohnern beklagt wurde (wir berichteten): Die Kurve, in der das Auto von der Fahrbahn geriet, war bis im Frühling 2011 mit einer Leitplanke gesichert; danach wurde das Metall abmontiert. Jetzt sind es die Schneeverhältnisse auf dieser Strasse, die zu Klagen Anlass geben. Raphael Elmer aus dem Baumer Weiler Schindlet stört sich am Vorgehen des Räumungsdienstes: Dieser habe kurz nach dem Unfall die Strasse gesalzen, statt die bestehende Schneebrücke stehen zu lassen. Daraufhin sei die Strasse «pflotschig» und rutschig geworden.
«Ich bin die Strecke nach Bauma mit zehn Stundenkilometern gefahren, und selbst so geriet ich noch ins Rutschen», sagt Elmer. An der Kurve, wo wegen dem Unfall noch Polizeiautos standen, sei er sogar fast in ein Auto gerutscht. Für Elmer ist klar: «Besser wäre es gewesen, die Schneebrücke bestehen zu lassen und eventuell zu splitten.» So bald gesalzen wird, ereignen sich laut Elmer häufig kleinere Zwischenfälle auf dieser Strecke, allerdings ohne nennenswerte Zwischenfälle.
Strasseninspektor Reto Färber nimmt den Räumungsdienst in Schutz: «Der Winterdienst geht sehr vorsichtig vor. Seine Arbeit hat noch nie zu Klagen Anlass gegeben.» Die Schneebrücke bestehen zu lassen, sei nicht sicherer, als die Strasse zu salzen. Dass die Strasse dabei eine gewisse Zeit rutschig bleibt, sei nicht zu vermeiden.
«Langsamer fahren»
Andere Anwohner aus der Schindlet bestätigen, dass die Sternenbergstrasse nach dem Salzen gefährlich rutschig werden kann. «Das Problem ist, dass der Räumungsdienst salzt und den geschmolzenen Schnee dann aber erst einen halben Tag später wegräumt», sagt ein Einwohner des Weilers. Andererseits komme der Dienst wohl an seine Kapazitätsgrenzen, wenn überall Schnee geräumt werden müsse. «Und generell macht der Winterdienst seine Arbeit sehr gut», fügt der Anwohner an.
Dies ist auch die Meinung einer anderen Anwohnerin aus der Schinet: «Wenn ich jeweils frühmorgens die Strecke nach Bauma fahre, ist immer gut gepfadet», hält sie fest. Zwar sei es richtig, dass es unter Umständen rutschig werden könne, wenn auf den Schnee gesalzen wird. «Aber dann muss man eben einen Gang herunter schalten und vorsichtiger fahren.»
Das sieht auch Rafael Elmer so. An seiner Aussage hält er trotzdem fest: «Bei sehr tiefen Minustemperaturen macht es keinen Sinn, zu salzen – so wie dies letzte Woche und am Dienstag der Fall war.» (ZO/AvU)
Erstellt: 21.02.2012, 19:12 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:

Bitte warten

Schicken Sie uns Ihr bestes Foto an redaktion@zol.ch, Vermerk «Leserbild der Woche». Im ZO/AvU publizierte Fotos werden mit 100 Franken belohnt. 
