Alkoholtestkäufe sind weiterhin nötig
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Alkoholtestkäufe dienen dem Jugendschutz, können aber heikel sein. Bauma, Bubikon, Dürnten, Gossau, Grüningen, Mönchaltorf, Hinwil und Wetzikon haben sich deshalb zu einem Verbund zusammengeschlossen. Sie arbeiten mit der Suchtpräventionsstelle Zürcher Oberland zusammen und haben das Blaue Kreuz mit der Durchführung der Testkäufe beauftragt. Am Donnerstag informierten sie in Mönchaltorf über die Ergebnisse dieser Käufe im laufenden Jahr.
Insgesamt wurden in den 8 Gemeinden 142 Betriebe getestet. 40-mal schafften es die als Testpersonen ausgewählten Jugendlichen, verbotenerweise Alkohol zu erhalten. Am häufigsten gelang dies in Wetzikon. Bei 43 Tests wurde hier 18-mal Alkohol abgegeben. In Bauma, Grüningen, Mönchaltorf und Hinwil dagegen führten die Testkäufe nicht zum «Erfolg», die Betriebe arbeiteten vorschriftsgemäss.
Auf die Übertretungen reagieren die Gemeinden unterschiedlich. In manchen Fällen werden die Betriebe per Brief gemahnt. In den meisten Fällen wurden fehlbare Betriebe bis anhin verzeigt. Allerdings sind die rechtlichen Grundlagen für Bussen nach wie vor unklar, erläuterte Roger Kündig, Wetzikons Abteilungsleiter Sicherheit. Deshalb werden in Wetzikon und Gossau den Betrieben verwaltungsrechtliche Verfügungen auferlegt, die Gebühren nach sich ziehen.
Nützliche Erkenntnisse
Der Gossauer Gemeinderat Martin Keller erläuterte an der Orientierung die Erkenntnisse, die Behörden und Testorganisationen aus den bisherigen Testkäufen gewonnen haben:
- Die Vorschriften sind bekannt. Das Verkaufspersonal ist weniger unsicher als in früheren Jahren.
- Die illegalen Verkäufe erfolgen zum Teil aus Unachtsamkeit.
- Die jugendlichen Testkäufer werden fair ausgewählt, es handelt sich nicht um erwachsen aussehende Minderjährige.
- Die Zusammenarbeit zwischen dem Blauen Kreuz, der Polizei und der Suchtpräventionsstelle läuft gut.
- Testkäufe wirken nur, wenn sie periodisch wiederholt werden, und sie müssen den üblichen Verkaufs- und Ausschankgewohnheiten des Betriebs Rechnung tragen.
Wichtiger als Bussen, betonte Yvonne Kneubühler von der Suchtberatungsstelle, sei die Ausbildung. «Das Personal kann unter Druck kommen, zeigt sich in der Schulung. Dann muss es reagieren können.» (ZO/AvU)
Erstellt: 06.10.2011, 20:42 Uhr
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